Sozialpolitik aktuell in Deutschland

Arbeitsmarkt & Arbeitslosigkeit

Infografiken mit Kurzanalysen: zum Download und Ausdruck

Inhaltsübersicht:

  1. Arbeitsmarkt im Überblick: Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Erwerbsformen
  2. Arbeitsvolumen, Produktivität, Arbeitszeitentwicklung
  3. Erwerbstätigkeit und Erwerbsbeteiligung
    1. Erwerbstätigkeit nach West- und Ostdeutschland, Wirtschaftsbereichen, im öffentlichen Dienst
    2. Erwerbstätigkeit nach Personenmerkmalen (Lebensalter, Geschlecht, Nationalität)
    3. Erwerbstätigkeit von Frauen
    4. Erwerbstätigkeit und Kinder
  4. Beschäftigungsverhältnisse / Abhängige Beschäftigung
    1. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Personenmerkmale (u.a. Geschlecht, Nationalität), Arbeitszeitumfang
    2. Atypische Beschäftigung: Teilzeit, Minijobs, Leiharbeit, Befristung, Mehrfachbeschäftigung
  5. Berufliche Ausbildung
    1. Beruflicher Bildungsstand der Bevölkerung und der Erwerbstätigen
    2. Berufliche Ausbildung: Schüler*innen, Übergangssektor, Studierende
    3. Berufliche Ausbildung: Duale Berufsausbildung, Ausbildungsstellenmarkt
  6. Arbeitslosigkeit
    1. Arbeitslosenzahlen (nach Rechtskreisen), Arbeitslosenquoten, Stille Reserve, offene Stellen
    2. Arbeitslosigkeit nach regionalen Unterschieden
    3. Arbeitslosigkeit nach Personenmerkmalen (Geschlecht, Alter, Qualifikation, Nationalität, Schwerbehinderung)
    4. Dynamik der Arbeitslosigkeit (Zugänge, Abgänge, Dauern), Langzeitarbeitslosigkeit
  7. Finanzielle Sicherung bei Arbeitslosigkeit
    1. Leistungsempfänger*innen und Empfängerquoten
    2. Arbeitslosengeld I/ SGB III: Zahlbeträge und Sperrzeiten
    3. Arbeitslosengeld II/ SGB II: Leistungshöhe, Verweildauern und Sanktionen, Grundsicherung und Erwerbstätigkeit
  8. Aktive Arbeitsmarktpolitik
    1. Maßnahmen, Instrumente und Teilnehmerzahlen im Überblick
    2. Ausgewählte Instrumente im Zeitverlauf
    3. Kurzarbeit
  9. Finanzierung und Kosten der Arbeitslosigkeit
    1. Gesamtfiskalische Kosten
    2. Bundesagentur für Arbeit/ SGB III
    3. SGB II

  1. Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage 2022 (Schaubild)

    Auf dem Arbeitsmarkt stehen sich Angebot und Nachfrage gegenüber. Das Arbeitsangebot wird bestimmt durch die Zahl der Menschen, die erwerbstätig sind oder erwerbstätig sein möchten, die sog. Erwerbspersonen. Die Arbeitsnachfrage wird durch Unternehmen und den Staat in seiner Rolle als Arbeitgeber bestimmt, die Arbeitsstellen ausschreiben.

    Eckdaten zum Arbeitsmarkt 2008 - 2020

    Zentral zur Beschreibung des Arbeitsmarktes sind Erwerbstätigenzahlen sowie Arbeitslosenzahlen und -quoten.

    Wohnbevölkerung und Erwerbsbevölkerung 1970 - 2021

    Etwa die Hälfte der Wohnbevölkerung in Deutschland ist erwerbstätig. Im zeitlichen Verlauf zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Erwerbsbeteiligung. Dies ist vor allem eine Folge der zunehmenden Beschäftigung von Frauen. Der Anteil der Nicht-Erwerbspersonen nimmt dagegen im Zeitverlauf ab.

    Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigte 1992 - 2021 (Index)

    Während die Zahl der Erwerbstätigen spätestens seit 1992 fast kontinuierlich anstieg, sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bis zum Jahr 2005. Erst danach setzte auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein Anstieg ein.

    Erwerbstätige und Arbeitslose 1991 - 2021

    Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Den Erwerbstätigen stehen die Arbeitslosen gegenüber. Die Größenordnung beider Gruppen hängt sowohl von demografischen Faktoren als auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

    Erwerbstätige nach der Stellung im Beruf 1995 - 2020

    Die Struktur der Erwerbstätigen bezogen auf ihre Erwerbsform bzw. auf ihre Stellung im Beruf unterliegt einer starken Veränderung. Zahl und Anteil sowohl von Arbeiter*innen als auch von Beamt*innen gehen zurück. Angestellte dagegen gewinnen stark an Bedeutung.

    Erwerbstätige nach der Stellung im Beruf 1960 - 2020

    Die veränderte Struktur der Erwerbstätigen unterschieden nach Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen einerseits sowie Arbeitnehmer*innen andererseist zeigt seit 1960 eine zunehmende Bedeutung der Arbeitnehmer*innen.

    Selbstständige insgesamt und Solo-Selbstständige 1991 - 2020

    Die Zahl der Selbstständigen ist bis 2012 deutlich angestiegen, jedoch seitdem wieder rückläufig. Die Zahl der Selbstständigen mit Beschäftigten blieb in diesem Zeitraum relativ stabil, die Zahl der Solo-Selbstständigen dagegen entwickelte sich dynamischer.


  2. BIP, Arbeitsproduktivität, Erwerbstätige, Arbeitsvolumen und Arbeitszeit 1991 - 2021 (Index)

    Wie sich die Arbeitskräftenachfrage entwickelt, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der wirtschaftlichen Entwicklung, den Veränderungen der Arbeitsproduktivität und der Arbeitszeit.

    Erwerbstätige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Arbeitsvolumen 1992 - 2021

    Nachdem in den letzten Jahren sowohl die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der Erwerbstätigen sowie das Jahresarbeitsvolumen stetig anstiegen, zeigt sich im Jahr 2020 pandemiebedingt durchweg ein Rückgang. Bereits im Folgejahr sind wieder Anstiege zu erkennen.

    Arbeitsstunden pro Jahr je Erwerbstätigen 1970 - 2021

    Die Zahl der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen pro Jahr ist seit 1970 stark gesunken. Dem pandemiebedingt deutlichen Rückgang zum Jahr 2020 folgte ein leichter Anstieg.

    Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden 1970 - 2021

    Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen zeigt seit der Wiedervereinigugn nur geringe Schwankungen. Dieses stabile Arbeitsvolumen ergibt sich aus einer steigenden Zahl Erwerbstätiger, die jedoch zunehmend weniger Arbeitsstunden je Erwerbstätigen aufweisen.

    Beschäftigte in Altersteilzeit 1996 - 2020

    Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die sich in Altersteilzeit befinden, hat bis zum Jahr 2009 stark zugenommen. Seitdem zeigt sich ein erheblicher Rückgang mit einer anschließenden Stabilisierung ab 2016.


    1. Erwerbsquoten und Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht in Gesamt-, West- und Ostdeutschland 1960 - 2020

      Die Erwerbsquote wie die Erwerbstätigenquote der Frauen weisen einen durchgängigen Aufwärtstrend auf. Die Quoten der Männer dagegen sind durch Rückgänge bis in die 2000er Jahre gekennzeichnet. Erst danach setzen ein Anstieg ein.

      Erwerbstquoten und Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht in Westdeutschland 1991 - 2020

      Die Erwerbsquote wie die Erwerbstätigenquoten der Männer liegen in Westdeutschland weiterhin über denen der Frauen. Allerdings stieg die Erwerbsbeteiligung der Frauen in den vergangenen Jahren stark an.

      Erwerbsquoten und Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht in Ostdeutschland 1991 - 2020

      Generell liegen die Erwerbstätigenquoten in Ostdeutschland immer noch deutlich unterhalb der Erwerbsquoten. Dies ist ein Hinweis darauf, dass nicht alle, die arbeiten wollen, auch Arbeit finden.

      Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 1991 - 2021

      Die Bedeutung der einzelnen Wirtschaftsbereiche einer Volkswirtschaft ist einem ständigen Wandel unterworfen. Ein Indikator hierfür ist u. a. der relative Anteil der Erwerbstätigen, die in den jeweiligen Sektoren beschäftigt sind. Dienstleistungen sind von zunehmender Bedeutung, wohingegen das Produzierende Gewerbe an Bedeutung verloren hat.

      Beschäftigte im öffentlichen Dienst 1991 - 2020

      Etwa die Hälfte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind im Bereich der Länder tätig. Betrachtet man die Entwicklung seit 1991, lässt sich ein Personalabbau in allen Bereichen erkennen. Im kommunalen Bereich und dem Landesbereich steigt die Zahl der Beschäftigten jedoch seit 2008 wieder leicht an.

    2. Erwerbstätigenquoten nach Alter 1991 - 2020

      Die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung in Deutschland insgesamt ist nur ein Durchschnittswert. Er verdeckt daher bspw. die höchst unterschiedliche Erwerbsbeteiligung unterschiedlicher Altersgruppen.

      Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht und Alter 2000, 2010 und 2020

      Die Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen ist in unterschiedlichen Lebensphasen verschieden hoch. Ein Vergleich der altersspezifischen Erwerbstätigenquoten zeigt vergleichsweise geringe Werte in den unteren und insbesondere oberen Altersgruppen.

      Erwerbsquoten nach Alter, Geschlecht und Familienstand 2019

      Die Erwerbsquote zeigt, dass sich die Erwerbsorientierung von Männern und Frauen verschiedenen Alters und Familienstandes unterscheidet. Während ledige Männer und Frauen eine sehr ähnliche Erwerbsbeteiligung aufweisen, unterscheidet sich die Erwerbsbeteiligung Verheirateter deutlich nach Geschlecht.

      Erwerbstätigenquoten Jüngerer nach Altersjahren 1999 und 2019

      Die Erwerbsbeteiligung jüngerer Menschen in den unteren Altersjahren nahm im Zeitverlauf ab, die der Jüngeren in den höheren Altersjahren dagegen stieg an.

      Erwerbstätigenquoten Älterer nach Altersjahren 2013 - 2019

      Die Erwerbsbeteiligung Älterer hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Insbesondere in den rentennahen Altern ist sie aber immer noch niedrig.

      Erwerbstätigenquoten Älterer nach Altersjahren und Geschlecht 2003 - 2019

      Die Ewerbsbeteiligung Älterer nahm in den letzten Jahren stark zu - sowohl bei Männern als auch Frauen. Jedoch liegen die Quoten der Frauen immer noch deutlich unter denen der Männer.

      Erwerbstätige und Erwerbstätigenquoten im Alter ab 65 Jahre 2000 - 2021

      Die Zahl der Erwerbstätigen über 65 Jahre - und damit überwiegend jenseits der Regelaltersgrenze - ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Die Erwerbstätigenquote bleibt insgesamt aber moderat. Zwar stiegen sowohl die Zahlen der abhängig Beschäftigten als auch der Selbstständigen in dieser Altersgruppe, der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen nahm jedoch im Zeitverlauf ab.

      Erwerbsquoten und Erwerbstätigenquoten Älterer nach Geschlecht in West- und Ostdeutschland 1991 - 2020

      Die Erwerbsneigung und Ewerbsbeteiligung Älterer nahm in den letzten Jahren stark zu. Das zeigt ein Blick auf die Erwerbsquoten sowie die Erwerbstätigenquoten. Während in Ostdeutschland die Quoten der Altersgruppen ab 60 Jahre lange unterhalb denen in Westdeutschland lagen, haben sie sich mittlerweile angenähert.

      Erwerbstätige ohne deutsche Staatsangehörigkeit 2002 - 2019

      Die Zahl der Erwerbstätigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland steigt seit dem Jahr 2011 stetig an - ebenso ihr Anteil an allen Beschäftigten. Dies geht einerseits auf die zunehmend genutzt Arbeitnehmerfreizügigkeit durch EU-Bürger*innen zurück und andererseits auf die zunehmende Arbeitsmarktintegration der im Jahr 2015 zugewanderten Flüchtenden aus Drittstaaten.

    3. Frauenerwerbstätigenquoten nach Alter in West- und Ostdeutschland 1991 und 2020

      Vergleicht man die Frauenerwerbstätigenquoten zwischen Ost- und Westdeutschland kurz nach der Wiedervereinigung, war die Erwerbsbeteiligung der Frauen in Ostdeutschland in fast allen Altersgruppen deutlich höher als in Westdeutschland. Mittlerweile fand jedoch eine Annäherung statt.

      Frauenerwerbstätigenquoten nach Alter in Westdeutschalnd 1991, 2005 und 2020

      Die Erwerbsbeteiligung der Frauen in Westdeutschland hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in fast allen Altersgruppen deutlich erhöht.

      Frauenerwerbstätigenquoten nach Alter in Ostdeutschland 1991, 2005 und 2020

      In Ostdeutschland folgte auf die Wiedervereinigung in den meisten Altersgruppen zuerst ein Rückgang der Erwerbsbeteiligung, bevor es zu einem erneuten Anstieg kam. Nur in den höheren Altersgruppen ist dieser Anstieg von Beginn an zu verzeichnen.

      Erwerbsquote und Erwerbstätigenquote von Frauen nach Alter in West- und Ostdeutschland 2020

      Die Erwerbsquote wie die Erwerbstätigenquote der Frauen in Ostdeutschland liegen in den mittleren Altersgruppen oberhalb der jeweiligen Quote der Frauen in Westdeutschland. Dagegen zeigt sich an den Rändern - bei den Jüngeren und Älteren - ein gegenteiliges Bild bei der Erbwerbsneigung und Erwerbsbeteiligung.

    4. Erwerbstätigenquoten von Müttern und Vätern nach Alter des jüngsten Kindes 2019

      Die Erwerbsbeteiligung von Müttern ist in hohem Maße abhängig von dem Alter ihrer Kinder. Mütter von Kindern unter drei Jahren sind am seltensten erwerbstätig. Bei Vätern hat das Alter ihrer Kinder dagegen kaum einen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung oder den Arbeitszeitumfang.

      Erwerbstätigenquoten von Müttern mit Kleinkindern nach Arbeitszeitumfang in West- und Ostdeutschland 1999 und 2019

      Die Erwerbsbeteiligung der Mütter mit Kindern unter drei Jahren unterscheidet sich stark nach West- und Ostdeutschland. In Ostdeutschland liegt sie grundsätzlich höher und mehr Mütter sind in Vollzeit tätig. Teilzeit gewinnt allerdings im zeitlichen Vergleich sowohl in Ost- als auch Westdeutschland an Bedeutung.

      Aktiv erwerbstätige Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren 1996 - 2019

      Die Erwerbstätigenquote der aktiv erwerbstätigen Alleinerziehenden war lange Zeit vergleichsweise stabil und wies zuletzt einen leichten Aufwärtstrend auf. Der Umfang der Arbeitszeit dagegen hat sich bis zum Jahr 2006 deutlich weg von überwiegender Vollzeittätigkeit hin zu mehr Teilzeittätigkeit entwickelt.

      Erwerbstätigkeit von Paaren mit Kindern nach Arbeitszeitumfang 1996 -2019

      Betrachtet man die Entwicklung des Umfangs der Erwerbstätigkeit von Paaren mit Kindern unter 18 Jahren, in denen beide Partner*innen erwerbstätig sind, zeigen sich im Zeitverlauf deutliche Verschiebungen. Eine Vollzeittätigkeit beider Partner*innen ist seltener geworden. Dies gilt sowohl für Ehepaare als auch Lebensgemeinschaften.

      Erwerbstätigkeit von Paaren mit Kindern nach Arbeitszeitumfang in West- und Ostdeutschland 1996 - 2019

      Die Verteilung des Umfangs der Erwerbstätigkeit von Paaren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, in denen beide Partner*innen erwerbstätig sind, zeigt in Ost- und Westdeutschland eine ähnliche zeitliche Entwicklungen. Zwar unterscheiden sich die Ausgangsniveaus, in beiden Landesteilen ist jedoch eine Vollzeittätigkeit beider Partner*innen seltener geworden.

      Erwerbstätigenquoten von Müttern nach Zahl der Kinder in West- und Ostdeutschland 2019

      Die Erwerbsbeteiligung von Müttern ist abhängig von der Zahl der zu versorgenden Kinder. Zudem zeigen sich zwischen West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede hinsichtlich des Arbeitszeitumfangs.

      Erwerbstätigenquoten von Vätern nach Zahl der Kinder in West- und Ostdeutschland 2019

      Die Erwerbsbeteiligung von Vätern ist sehr hoch und durch Vollzeit geprägt. Sie wird kaum durch die Zahl der Kinder beeinflusst. Auch unterscheidet sie sich nur wenig zwischen Ost- und Westdeutschland.

      Erwerbstätigenquoten von Frauen mit und ohne Kind(ern) nach Alter 2019

      Die Erwerbsbeteiligung von Frauen mit und ohne Kind(ern) unterscheidet sich stark. Besonders groß sind die Differenzen in den jüngeren Altersgruppen.

      Erwerbstätigenquoten von Männern mit und ohne Kind(ern) nach Alter 2019

      Die Erwerbsbeteiligung von Männern wird durch Elternschaft nur wenig berührt. Vaterschaft führt allerdings bei Männern tendenziell zu einer Zunahme der Erwerbstätigkeit.


    1. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Überblick 2000 - 2020

      Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich seit der Jahrtausendwende deutlich erhöht. Allerdings ist auch der Anteil der Teilzeitbeschäftigten stark angestiegen. Männer machen immer noch etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten aus, Frauen haben jedoch aufgeholt. Auch der Anteil der Beschäftigten ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist gestiegen.

      Beschäftigungsquoten nach Geschlecht 2002 - 2020

      Die Beschäftigungsquoten haben hat sich deutlich erhöht. Zwar hat die Beschäftigung der Frauen stärker zugenommen als die der Männer, die Beschäftigungsquote der Frauen liegt jedoch weiterhin unterhalb der Quote der Männer.

      Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach Arbeitszeitumfang 1999 - 2021

      Unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dominiert die Vollzeittätigkeit. Während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nach leichten Rückgang wieder stieg, ist für Teilzeitbeschäftigung eine durchgängige Zunahme zu verzeichnen. Die Teilzeitquoten stiegen ebenfalls an: die der Frauen sehr viel stärker als die der Männer.

      Beschäftigungsquote nach Herkunft 2010 - 2021

      Der Anteil der Personen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, stieg in den letzten Jahren an. Insbesondere für Personen aus den zugangsstärksten Asylherkunftsländern ist seit dem Tiefpunkt im Jahr 2016 ein deutlicher Anstieg erfolgt.

      Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ältere 2000 - 2021

      Der zeitliche Verlauf zeigt, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Älterer deutlich angestiegen ist - sowohl was die absoluten Zahlen als auch die Beschäftigungsquote betrifft.

      Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Älterer nach Altersjahren 2001 und 2021

      Die Beschäftigung Älterer hat sich in den letzten Jahren merklich erhöht. Dennoch fällt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den rentennahen Altern noch niedrig aus. Auch die Vollzeitquote sinkt mit jedem Lebensalter näher der Regelaltersgrenze.

      Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Älterer nach Altersjahren 2021

      Die Beschäftigung Älterer hat sich in den letzten Jahren merklich erhöht. Dennoch fällt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den rentennahen Altern noch niedrig aus. Auch die Vollzeitquote sinkt mit jedem Lebensalter näher der Regelaltersgrenze.

    2. Abhängig Beschäftigte nach (atypischen) Erwerbsformen 2000 - 2020

      Einige atypische, vom Normalarbeitsverhältnis abweichende Beschäftigungsverhältnisse gewinnen am Arbeitsmarkt zunehmend an Bedeutung. Dazu zählen vor allem Teilzeitarbeit, aber auch Mini-Jobs und Leiharbeit.

      Teilzeitquote nach Geschlecht 1991 - 2020

      Teilzeitbeschäftigung hat unter den abhängig Beschäftigten in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen. Frauen weisen eine deutlich höhere Teilzeitquote auf als Männer.

      Teilzeitquote nach Alter und Geschlecht 2020

      Frauen weisen insgesamt eine deutlich höhere Teilzeitquote als Männer auf. Am stärksten weichen die Teilzeitquoten in den Altergruppen zwischen 35 und 65 Jahren voneinander ab. In den Altersgruppen ab 65 Jahre - also überwiegend jenseits der Regelaltersgrenze - sind die Teilzeitquoten dagegen sowohl für Frauen wie auch Männer besonders hoch.

      Sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigung 2003 - 2020

      Die Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist als Indikator der Arbeitsmarktentwicklung von besonderem Interesse. Die abgeführten Beiträge sichern den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Absicherung in den sozialen Leistungssystemen. Geringfügige Beschäftigung dagegen ist mit Blick auf soziale Absicherung kritisch zu sehen.

      Geringfügig Beschäftigte nach Haupt- und Nebenbeschäftigung 2003 - 2021

      Die Zahl der geringfügig Beschäftigten hat seit den Neuregelungen im Jahr 2003 stark zugenommen. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen geringfügig Haupt- und Nebenbeschäftigten: Während erstere zuletzt Abnahmen, steigen Nebenbeschäftigungen weiter an.

      Geringfügig Hauptbeschäftigte nach Alter 2003 - 2021

      Die Zahl der im Hauptjob geringfügig Beschäftigten war lange weitgehend konstant und ist zuletzt durch die Einführung des Mindestlohns kontinuierlich zurückgegangen. Deutlich verschoben hat sich zudem die Altersstruktur der Minijobber*innen.

      Geringfügig Nebenbeschäftigte nach Alter 2003 - 2021

      Die Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten weist einen kontinuierlichen Zuwachs auf. Auch die Einführung des Mindestlohns hat diese Dynamik nicht gebremst. Nur im Jahr 2020 zeigt sich pandemiebedingt ein Rückgang der geringfügig Nebenbeschäftigten, der jedoch bereits wieder überwunden wurde. Die Alterstruktur der Minijobber*innen in Nebenbeschäftigung ist zuletzt sehr stabil gewesen.

      Geringfügig Beschäftigte im Alter ab 65 Jahren nach Alter 2000 - 2021

      Die Zahl der Minijobber*innen im Rentenalter hat im Zeitverlauf stark zugenommen. Der Minijob stockt in diesen Fällen meist die (Renten-)Einkommen auf.

      Mehrfachbeschäftigte 2003 - 2021

      Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Dominant ist die Variante einer sozialversicherunsgpflichtigen Hauptbeschäftigung mit einer geringfügigen Nebenbeschäftigung. Vor dem Hintergrund der Mindestlohneinführung ging die Zahl der Beschäftigten mit mehreren Minijobs zwar zurück, jedoch überraschend moderat.

      Überlassene Leiharbeitnehmer*innen 1994 - 2021

      Die Zahl der Leiharbeitnehmer*innen hat sich seit Mitte der 1990er Jahre mehr als versechsfacht und betrug im Jahr 2017 den Höchstwert von rund 1 Millionen. Seitdem gehen die Werte zurück. Der Anteil der Leiharbeitnehmer*innen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war auch zu Hochzeiten gering, sank in den vergangen Jahren zudem wieder ab.

      Anteil der befristet Beschäftigten nach Alter 2010, 2015 und 2020

      Nachdem befristete Arbeitsverhältnisse lange zunahmen, ist in den letzten Jahren ein Rückgang zu verzeichnen - und dies fast in allen Altersgruppen.


    1. Bevölkerung nach höchstem beruflichen Bildungsabschluss und Alter 2020

      Das Bildungsniveau einer Bevölkerung gilt als wichtige Voraussetzung für eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung, ein hohes Wohlstandsniveau und bessere individuelle Lebenschancen.

      Jüngere nach höchstem beruflichem Bildungsabschluss, Alter und Migrationshintergrund 2020

      Die jüngere Bevölkerung mit Migrationshintergrund weist ein schlechteres Niveau beruflicher Bildung auf als die Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund. Zu unterscheiden ist zudem nach Jüngeren mit eigenem und ohne eigenen Migrationshintergrund.

      Bevölkerung und Erwerbstätige nach höchstem beruflichem Bildungsabschluss 1991 - 2020

      Die Qualifikationsstrukturen der Bevölkerung entscheidet nicht nur maßgeblich über die berufliche Entwicklung und die Arbeitsmarktchancen des Einzelnen, sondern prägen auch die wirtschaftliche Entwicklung und Entwicklungschancen einer Volkswirtschaft.

      Höchster beruflicher Bildungsabschluss von Menschen mit und ohne Behinderung nach Alter 2019

      Die Qualifikationsstruktur der Menschen mit Behinderung unterscheidet sich - mit Ausnahme der über 65 Jährigen - deutlich von der Qualifikationsstruktur der Menschen ohne Behinderung. Am häufigsten weisen Menschen mit Behinderung wie Menschen ohne Behinderung eine Lehre auf. Hochschulabschlüsse dagegen erreichen Menschen mit Behinderung seltener, kein Abschluss weist dagegen ein höherer Anteil auf.

    2. Neuzugänge in die drei Sektoren des beruflichen Ausbildungssystems 2005 - 2021

      Die unterschiedlichen Formen einer beruflichen Ausbildung, in die die Abgänger*innen der allgemeinbildenden Schulen einmünden, lassen sich untergliedern in das Schulberufssystem, duale System der betrieblichen Berufsausbildung und Übergangssystem.

      Schüler*innen an beruflichen Schulen der Jahrgänge 2005/06 - 2020/21

      Den verschiedenen Arten der beruflichen Schulen kommen hinsichtlich ihrer Schüler*innenzahl eine sehr unterschiedliche Bedeutung zu. Aufgrund des obligatorischen Besuchs während der betrieblichen dualen Ausbildung besuchen mit etwas mehr als der Hälfte die meisten Schüler*innen an beruflichen Schulen eine Teilzeit-Berufsschule. Mit deutlichem Abstand folgen die Berufsfachschulen.

      Neuzugänge in den Übergangssektor 2005 - 2021

      Die Inanspruchnahme von Angeboten des Übergangssektors weist in den Jahren zwischen 2005 und 2014 eine stark rückläufige Entwicklung auf. Nach einem Anstieg in den Jahren 2015 und 2016 setzt sich der Rückgang fort.

      Studierende nach Fächergruppen 2005/06 - 2020/21

      Bis zum Wintersemester 2008/09 lagen die Studierendenzahlen insgesamt um die 2 Mio., erst danach zeigte sich ein deutlicher Aufwärtstrend, der jedoch zuletzt wieder abflachte. Hochschulen gehören nach dem allgemeinen Verständnis nicht zum beruflichen Bildungssystem - auch wenn die Verzahnung von beruflicher Bildung und Studium immer enger wird.

    3. Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsstellenmarkt 1992 - 2021

      Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt wird durch das Verhältnis von Ausbildungsstellennachfrage zu Ausbildungsstellenangebot bestimmt. Im betrachteten Zeitraum ergeben sich sowohl Angebots- als auch Nachfrageüberhänge, wobei seit einigen Jahren das Angebot höher als die Nachfrage ist.

      Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in West- und Ostdeutschland 1992 - 2021

      Sowohl in West- als auch Ostdeutschland ist seit längerem ein Angebotsüberhang - mehr Ausbildungsstellen als Bewerber*innen - zu verzeichnen. Allerdings ist der Überhang in keinem der Landesteile so hoch, dass aus Sicht der Bewerber*innen ein auswahlfähiges Angebot vorliegt.

      Ausbildungs- und Ausbildungsbetriebsquote 2007 - 2020

      Obwohl die absolute Zahl der Betriebe sowie der Beschäftigten in den letzten Jahren angestiegen ist, ist die Zahl der ausbildenden Betriebe sowie der Auszubildenden zurückgegangen.

      Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den 10 am stärkesen besetzten Berufen nach Geschlecht 2021

      Bei der Auswahl des Ausbildungsberufs erkennt man deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Zudem fokussieren Frauen auf weniger Berufsbilder - die zehn am stärksten besetzten Ausbildungsberufe machen mehr als die Hälfte aller Stellen aus. Bei Männern sind es nur etwas mehr als ein Drittel.

      Tarifliche Ausbildungsvergütung in verschiedenen Ausbildungsberufen 2021

      Zwischen den einzelnen Ausbildungsbereichen und -berufen bestehen markante Unterschiede im durchschnittlichen Vergütungsniveau. Im bestbezahlten Ausbildungsberuf ist die Vergütung etwa doppelt so hoch wie im schlechtbezahltesten.

      Unversorgte Bewerber*innen nach schulischer Vorbildung in West- und Ostdeutschland 2010/11 - 2020/21

      Je nach schulischer Vorbildung unterscheidet sich der Anteil der unversorgten Bewerber*innen deutlich. Während in Westdeutschland zuletzt Bewerber*innen ohne Hauptschulabschluss am häufigsten unversorgt blieben, waren es in Ostdeutschland Bewerber*innen mit Hauptschulsabschluss.


    1. (Nicht-)Arbeitlsose und (Nicht-Erwerbsfähige) im SGB II sowie Arbeitslose im SGB III 2021

      Arbeitslose finden sich im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) oder im Rechtskreis des SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Im SGB II-Bezug gibt es zudem nicht-erwerbsfähige Personen - hauptsächlich Kinder - und erwerbsfähigen Personen, die nicht arbeitslos sind.

      Arbeitslose und Arbeitslosenquote 1975 - 2021

      Die Arbeitslosigkeit zeigt im Zeitverlauf eine wechselhafte Entwicklung mit Zu- und Abnahmen der Arbeitslosenzahlen. Allerdings zeigt sich der Arbeitsmarkt als insgesamt robust. Zur Beurteilung der Dimensionen von Arbeitslosigkeit muss auch die Entwicklung der Arbeitslosenquote beachtet werden.

      Arbeitslosenzahlen in Gesamt-, West- und Ostdeutschland 1991 - 2021

      Eine Betrachtung der Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen seit der deutschen Wiedervereinigung zeigt einen wechselhaften Verlauf mit konjunkturellen Wellenbewegungen. Seit 2005 hat ein starker Rückgang der Arbeitslosigkeit eingesetzt, der nur punktuell unterbrochen wurde.

      Arbeitslosenquoten in Gesamt-, West- und Ostdeutschland 1975 - 2021

      Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist regional höchst unterschiedlich verteilt. Einen ersten Eindruck gewinnt man hierzu beim Vergleich der Arbeitslosenquoten nach Ost- und Westdeutschland. Der Trend ist zwar vergleichbar, das Niveau jedoch sehr unterschiedlich.

      Arbeitslose in den Rechtskreisen SGB II und SGB III 2005 - 2021

      Seit der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) werden die Arbeitslosen unterschiedlichen Rechtskreisen zugeordnet. Die Daten zeigen, dass seitdem (teils deutlich) mehr als die Hälfte der Arbeitslosen in den Rechtskreis des SGB II fallen.

      Anteil der Arbeitslosen im SGB II an allen Arbeitslosen in ausgewählten Städten und Kreisen 2021

      Die Bedeutung der Fürsorgeleistung Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) für Arbeitslose unterscheidet sich regional stark. Während vor allem in Städten und Kreisen mit insgesamt niedriger Arbeitslosigkeit der größere Teil über die Arbeitslosenversicherung abgesichert wird, ist in Städten und Kreisen mit hoher Arbeitslosigkeit die Bedeutung des SGB II hoch.

      Arbeitslose und gemeldete offene Arbeitsstellen 2000 - 2021

      Im Verhältnis von Arbeitslosenzahlen und gemeldeten offenen Arbeitsstellen zeigt sich seit längerem eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, die sich zuletzt durch die COVID 19-Pandemie nur leicht verschlechterte.

      Registrierte Arbeitslose und Stille Reserve 2000 - 2021

      Bei der Messung der Arbeitslosigkeit werden üblicherweise nur die registrierten Arbeitslosen berücksichtigt. Damit sind jedoch nicht alle Personen erfasst, die (potenziell) auf der Suche nach einer Erwerbsarbeit sind. Zu der unsichtbaren, verdeckten Arbeitslosigkeit, die auch als Stille Reserve, bezeichnet wird, werden verschiedene Gruppen von Personen gezählt.

    2. Arbeitslosenquoten nach Bundesländern 2021

      Die Betrachtung des Ausmaßes der Arbeitslosigkeit in Deutschland beschränkt sich oftmals auf eine Differenzierung zwischen West- und Ostdeutschland. Es zeigen sich jedoch auch deutliche Unterschiede innerhalb der Ost-West-Zuordnung.

      Arbeitslosenquoten und Arbeitslosenzahlen nach Bundesländern 2021

      Die Arbeitslosigkeit in Deutschland fällt regional höchst unterschiedlich aus. Dies wird sichtbar, wenn man zwischen den Bundesländern vergleicht.

      Ausgewählte Städte und Landkreise mit niedriger und hoher Arbeitslosigkeit 05/2022

      Bei einer Betrachtung unterhalb der Ebene der Bundesländer zeigt sich, dass das Arbeitsmarktungleichgewicht im hohen Maße regional verschieden ist. Die Extreme liegen zwischen Massenarbeitslosigkeit am einen und Vollbeschäftigung am anderen Ort.

      Großstädte mit der höchsten Arbeitslosigkeit in West- und Ostdeutschland 05/2022

      In Westdeutschland liegt die Arbeitslosigkeit (gemessen an der Arbeitslosenquote) in den Großstädten teils stark über dem Durchschnitt, wohingegen in Ostdeutschland die Städte nur in wenigen Fällen deutlich über dem Durchschnitt liegen.

    3. Arbeitslosenquoten ausgewählter Personengruppen 2021

      Das Risiko arbeitslos zu werden und zu bleiben trifft nicht alle Beschäftigtengruppen im gleichen Maße. Dies wird sichtbar, wenn man die Arbeitslosenquoten differenziert.

      Arbeitslosenquoten Jüngerer 1993 - 2021

      Die Arbeitslosenquoten von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen liegen (teils deutlich) unterhalb der allgemeinen Arbeitslosenquoten.

      Arbeitslosenquoten Älterer 2008 - 2021

      Die Arbeitslosenquoten von Älteren liegen unterhalb der allgemeinen Arbeitslosenquoten, weichen jedoch (meist) nicht deutlich von dieser ab.

      Ältere Arbeitslose 2005 - 2021

      Zwar schwankt die Zahl der älteren Arbeitslosen, ihr Anteil an allen Arbeitslosen hat in den vergangenen Jahren jedoch deutlich zugenommen.

      Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1991 - 2019

      Das mit Abstand größte Arbeitslosigkeitsrisiko tragen nach wie vor Personen, die keinen oder lediglich einen niedrigen beruflichen Abschluss vorweisen können. Personengruppen mit (Fach-)Hochschulabschluss dagegen weisen die niedrigste Arbeitslosenquote auf.

      Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderungen 2012 - 2020

      Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderungen ist ungleich höher als die von Menschen ohne Schwerbehinderungen.

      Struktur der Arbeitslosigkeit nach ausgewählten Personengruppen 2001 - 2021

      Die Binnenstruktur der Arbeitslosigkeit zeigt den Anteil ausgewählter Bevölkerungsgruppen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Auffällig ist vor allem der hohe Anteil der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung.

    4. Zugang in Arbeitslosigkeit nach Zugangsgründen 2021

      Der Zugang in Arbeitslosigkeit erfolgt bei der Mehrheit der Personen nicht aus einer vormaligen Erwerbstätigkeit. Vielmehr sind eine Vielzahl von Zugangsgründen vorhanden. Die drei wichtigsten - neben Erwerbstätigkeit - sind Zugang nach Fördermaßnahmen, Arbeitsunfähigkeit und aus Sperrzeit.

      Zugänge in Arbeitslosigkeit 2005 - 2021

      Die Zahl der Zugänge ist im Zeitverlauf zurückgegangen. Während der Anteil der Zugänge aus Erwerbstätigkeit im Verlauf eher stabil ist, sind Zugänge aus Nicht-Erwerbstätigkeit tendenziell rückläufig, Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen tendenziell steigend.

      Abgang aus Arbeitslosigkeit nach Abgangsgründen 2021

      Die Mehrheit der Abgänge aus Arbeitslosigkeit erfolgt nicht in Erwerbstätigkeit. Neben dieser sind andere Abgangsgründe möglich. Zu den wichtigsten - neben Erwerbstätigkeit - zählen Übergänge in Fördermaßnahmen, Arbeitsunfähigkeit oder Sperrzeiten.

      Abgänge aus Arbeitslosigkeit 2005 - 2021

      Die Zahl der Abgänge ist im Zeitverlauf zurückgegangen. Der Anteil der Abgänge in Erwerbstätigkeit hat im Verlauf tendenziell abgenommen. Insbesondere Abgänge in Ausbildung oder Maßnahmen nahmen dagegen tendenziell zu.

      Abgänge aus Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen 2011 - 2021

      Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit unterscheiden sich stark nach Rechtskreis. Arbeitslose aus dem Bereich SGB III münden zu relativ hohen Anteilen in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis, während dies für Arbeitslose im Bereich des SGB II nur selten der Fall ist.

      Abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit nach Geschlecht und Rechtskreisen 2005 - 2020

      Arbeitslose im Rechtskreis des SGB II verbleiben bis zur Beendigung ihrer Arbeitslosigkeit durchschnittlich deutlich länger in Arbeitslosigkeit als Arbeitslose des Rechtskreises SGB III. Dies ist u.a. auf institutionelle Regelungen zurückzuführen.

      Abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit nach Geschlecht in Gesamt-, West- und Ostdeutschland 2001 - 2020

      Arbeitslose in Ostdeutschland sind bis zur Beendigung ihrer Arbeitslosigkeit durchschnittlich länger arbeitslos als Arbeitslose in Westdeutschland.

      Langzeitarbeitslose 1993 - 2021

      Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen lange sank, blieb ihr Anteil an allen Arbeitslosen vergleichsweise stabil. Zuletzt zeigt sich zudem ein Anstieg sowohl der Zahl der Langzeitarbeitslosen als auch ihres Anteils an allen Arbeitslosen.

      Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen nach Bundesländern 2021

      Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen unterscheidet sich deutlich nach Bundesländern. Der niedrigste Wert ist in Bayern zu verzeichnen, die höchsten Werte in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen.


    1. Empfänger*innen von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II 1999 - 2020

      Die finanzielle Absicherung von Arbeitslosigkeit kann über die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld des SGB III oder über die Fürsorgeleistung Arbeitslosengeld II des SGB II erfolgen. Die Fürsorgeleistung erreicht zahlenmäßig mehr Personen.

      Arbeitslose Empfänger*innen von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II 1999 - 2020

      Ein Großteil der registrierten Arbeitslosen erhält eine finanzielle Absicherung über die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld des SGB III oder die Fürsorgeleistung Arbeitslosengeld II des SGB II. Der Anteil der Abgesicherten war in den zurückliegenden Jahren sehr stabil. Jedoch erhält mehr als jeder zehnte registrierte Arbeitslose keine finanziellen Leistungen.

      Arbeitslose Empfänger*innen in % aller Arbeitslosen nach Rechtskreisen 1999 - 2020

      Paralell zu dem Bedeutungsverlust der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld zeigt sich eine wachsende Angewiesenheit auf die Fürsorgeleistung Arbeitslosengeld II. Zuletzt - pandemiebedingt verstärkt - hat allerdings die Versicherungsleistung wieder etwas an Gewicht gewonnen.

    2. Durchschnittliche Zahlbeträge von Arbeitslosengeld nach Geschlecht 2005 - 2021

      Die Höhe der Versicherungsleistung Arbeitlosengeld orientiert sich am vormaligen (Netto-)Arbeitseinkommen. Die durchschnittliche Höhe der ausgezahlten Versicherungsleistung Arbeitslosengeld fällt bescheiden aus. Frauen erhalten deutlich weniger als Männer - eine Fortsetzung der Gehaltsunterschiede, die bereits vor der Arbeitslosigkeit bestanden.

      Verteilung der Höhe des Arbeitslosengelds nach Geschlecht 11/2021

      Die Höhe des Arbeitslosengeldes fällt bei Frauen und Männern sehr unterschiedlich aus. Es kommt zu einer Fortsetzung der vormaligen Gehaltsunterschiede in der Arbeitslosigkeit. Fast ein Viertel aller Frauen erhält eine Leistung, die unter 600 Euro im Monat liegt.

      Sperrzeiten von Arbeitslosengeldempfänger*innen im SGB III nach Gründen 2006 - 2021

      Wird eine Sperrzeit verhängt, so ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld. Meldeversäumninisse, verspätete Arbeitsuchendmeldungen sowie Arbeitsaufgabe sind die zahlenmäßig häufigsten Gründe für eine Sperrzeit.

      Sperrzeitquote im Zugang des SGB III 2006 - 2021

      Für den Zugang im SGB III sind zwei Sperrzeitgründe von Bedeutung: Arbeitsaufgabe ohne wichtigen Grund sowie verspätete Arbeitsuchendmeldung. Bezieht man die Zahl dieser Sperrzeiten auf alle Zugänge im SGB III ergibt sich die Sperrzeitquote im Zugang. Diese Sperrzeitquote ist seit 2006 wellenförmig angestiegen. Kurz vor der Pandemie - wie zuletzt -  waren fast ein Viertel der Zugänge in Arbeitslosengeldbezug von Sperrzeiten betroffen.


    1. Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt und Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik (Schaubild)

      Arbeitslosigkeit ist kein statisches Phänomen. Auf dem Arbeitsmarkt allgemein und innerhalb der Gruppe der Arbeitslosen im Besonderen finden vielmehr ständig Bewegungen statt.

      Teilnehmer*innen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten 2006 - 2021

      Die Teilnehmerzahlen an den Maßnahmen und Instrumenten der Arbeitsmarktpolitik entwickelten sich seit 2009 stark abwärts und zeigen seit 2013 eine weitestgehende Stagnation. Dabei sind nicht alle Maßnahmen in gleichem Umfang zurückgegangen. Beschäftigung schaffende Maßnahmen sowie die Förderung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind stark begrenzt worden.

      Wichtige arbeitsmarktpolitische Instrumente 2016 - 2021

      Insgesamt sind die Teilnehmerzahlen in Instrumenten und Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik rückläufig. Neben Instrumenten, in denen die Teilnehmerzahlen zurückgehen, sind jedoch in einigen Maßnahmen auch Anstiege der Teilnehmerzahlen zu beobachten und es kommen neue Maßnahmen hinzu.

      Entlastungen des Arbeitsmarktes durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik 2005 - 2020

      Einige Maßnahmen und Instrumente weisen während der Förderung zeitlich befristet einen entlastenden Effekt für die Arbeitslosigkeit auf. Neben Qualifizierungen sind auch Sonderregelungen für Ältere und zuletzt insbesondere Kurzarbeit als Entlastung von Bedeutung.

    2. Geförderte Personen in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen 2006 - 2021

      Beschäftigung schaffenden Maßnahmen hatten lange einen hohen Stellenwert im SGB II. Nach deutlichem Rückgang sind die Zahlen der Geförderten mittlerweile stabil auf niedrigem Niveau.

      Geförderte Personen in Arbeitsgelegenheiten 2006 - 2021

      Arbeitsgelegenheit - auch als 1-Euro-Jobs bezeichnet - hatten als Eingliederungsinstrument im SGB II eine zentrale Bedeutung. Die Zahl der geförderten Personen ist jedoch stetig und deutlich zurückgegangen.

      Teilnehmer*innen an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung 2001 - 2021

      Eine Förderung der beruflichen Weiterbildung erfolgt, wenn durch den Abschluss der Förderung Arbeitslosigkeit beendet, drohende Arbeitslosigkeit abgewendet oder ein fehelnder Berufsabschluss nachgeholt werden kann. Zu Beginn der 2000er Jahre sanken die Teilnehmendenzahlen deutlich. In den letzten zehn Jahren zeigt sich jedoch eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau.

      Förderung abhängiger Beschäftigung 2005 - 2021

      Die Förderung abhängiger Beschäftigung entwickelte sich bis zum Jahr 2014 deutlich rückläufig und stabilisierte sich im Anschluss. Trotz der Konzentration der Arbeitslosen auf den Rechtskreis des SGB II waren ihre Anteile bei der Förderung abhängiger Beschäftigung lange geringer.

      Förderung der Selbstständigkeit 2001 - 2021

      Die Zahl der Förderfälle hat sich nach Einführung des Grundsicherung für Arbeitssuchende massiv reduziert und verharrt seitdem auf niedrigem Niveau. Von Bedeutung ist nur noch der Gründungszuschuss.

    3. Beschäftigte in Kurzarbeit 1989 - 2021

      Kurzarbeit wird eingesetzt, um bei vorübergehendem Arbeitsausfall Kündigungen zu vermeiden. Das Ausmaß der Kurzarbeit unterliegt daher erheblichen Schwankungen. Während die Zahl der Kurzarbeiter*innen im Regelfall auf niedrigem Niveau liegt, steigt sie in Krisen deutlich an.

      Konjunkturelle Kurzarbeit und Frauenanteil 2007 - 2021

      Konjunkturelles Kurzarbeitergeld greift insbesondere bei konjunkturellen oder strukturellen Krisen. Frauen erhalten meist vergleichsweise selten konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Sie machten in den zurückliegenden Jahren nur 18 bis 25% der Kurzarbeiter*innen aus. Zuletzt stellt sich dies jedoch anders dar.

      Konjunkturelle Kurzarbeit nach Wirtschaftsbereichen 2008 - 2021

      In den zurückliegenden Jahren war der Großteil der Kurzarbeiter*innen mit konjukturellem Kurzarbeitergeld im Bereich des verarbeitenden Gewerbes beschäftigt. Zuletzt änderte sich dieses Bild, da in der Krise 2020/21 vor allem auch Dienstleistungen, Handel und Gastgewerbe betroffen waren.


    1. Gesamtfiskalische Kosten der registrierten Arbeitslosigkeit 2005 - 2020

      Ebenso wie die Zahl der registierten Arbeitslosen waren die gesamtfiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit lange rückläufig. Zuletzt fürhte jedoch die Krise 2020/21 zu einem deutlichen Anstieg der Kosten. Die Bundesagentur für Arbeit und der Bund tragen den Großteil dieser Kosten.

      Gesamtfiskalische Kosten der registrierten Arbeitslosigkeit 2005 und 2020

      Die Arbeitslosigkeit verursacht Kosten auf individueller wie auf gesamtgesellschaftlicher Ebene. In gesamtfiskalischer Betrachtung bestehen die Kosten der Arbeitslosigkeit zum einen in den Mehrausgaben der Sozialversicherungsträger und der öffentlichen Haushalte, zum anderen kommt es infolge der Unterbeschäftigung zu Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialbeiträgen.

    2. Struktur der Ausgaben aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit 2021

      Die vielfältigen Aufgaben und Ausgaben der BA lassen sich in Gruppen zusammenfassen: passive Leistungen (Entgeltersatzleistungen), aktive Leistungen der Arbeitsförderung sowie Personal- und Verwaltungsausgaben.

      Einnahmen und Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit 2005 - 2021

      Die Einnahmen und Ausgaben der BA unterliegen Schwankungen. Während sich die Ausgaben nach der Finanzkrise auf ein Niveau knapp über 30 Mrd. Euro eingependelt haben, stiegen die Einnahmen seit dem Jahr 2013 angesichts der günstigen Arbeitsmarktlage an. So sind in den letzten Jahren Überschüsse entstanden. Ab dem Jahr 2020 kommt es jedoch krisenbedingt zu einem hohen Fehlbetrag.

      Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für aktive Arbeitsförderung und für Arbeitslosengeld 2005 - 2021

      Einen Großteil der Ausgaben der BA entfällt auf die aktive Arbeitsförderung und das Arbeitlosengeld. Im Zeitverlauf zeigen sich deutliche Schwankungen dieser Ausgabenbereiche.

      Beitragseinnahmen der Bundesagentur für Arbeit und Beitragssätze 2005 - 2021

      Die Höhe der Beitragseinnahmen wird durch die Zahl der Versicherten, die Höhe des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung sowie die Höhe der zu berücksichtigenden Einkommen bestimmt. Der Beitragssatz ist mehrfach abgesenkt worden, zuletzt im Jahr 2020 auf 2,4 %.