Sozialpolitik aktuell in Deutschland

Soziale Sicherung, Grundsicherung, Sozialversicherung

Infografiken mit Kurzanalysen: zum Download und Ausdruck


  1. Sozialstaat und Sozialpolitik in Deutschland (Schaubild)

    Sozialpolitik setzt sich aus einer Vielzahl von Maßnahmen, Leistungen und Diensten zusammen, die durch unterschiedliche Institutionen, Einrichtungen und Akteure bereitgestellt bzw. angeboten werden. Dieser Gesamtkomplex lässt sich auch als Sozialstaat oder Wohlfahrtsstaat bezeichnen.



    1. Beitragssätze, Grenzwerte und Rechengrößen der Sozialversicherung 2023 (1. Halbjahr)

      Hier finden Sie für Renten-, Arbeitlosen-, Kranken- und Pflegeversicherung eine Zusammenstellung der Beitragssätze, Beitragsbemessungsgrenzen, monatlichen Höchstbeiträge und Versicherungspflichtgrenze. Für die Rentenversicherung werden zudem der aktuelle Rentenwert sowie die Brutto-Standardrente aufgeführt. Ergänzend sind die Einkommensgrenzen für geringfügige Beschäftigung und Beschäftigung im Übergangsbereich abgebildet.


  2. Grundsicherungssysteme (Schaubild)

    Die Grundsicherung hat die Aufgabe, diejenigen Menschen durch Geldleistungen und soziale Hilfen zu unterstützen, die nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Grundsicherung untergliedert sich in mehrere Teilsysteme, die zwar ähnliche Leistungsgrundsätze aufweisen, sich aber auf jeweils unterschiedliche Personenkreise beziehen.

    1. Regelbedarfe der Grundsicherung 2011 - 2022 und Mehrbedarfe für Alleinerziehende 2022

      Die Regelbedarfe der Grundsicherung sind in 6 Stufen unterteilt. Die Regelbedarfsstufe 1 erhält eine alleinstehende oder alleinerziehende Person. Dieser Stufe ist der höchste Betrag zugeordnet. Für weiter Personen im Haushalt wird zwischen erwachsenen Partner*innen, sonstigen Erwachsenen und Kindern (je nach Alter) unterschieden. Sie erhalten niedrigere Beträge. Neben dem Regelbedarf können manche Grundsicherungsbeziehende Mehrbedarfe erhalten. Mehrbedarfe für Alleinerziehende bspw. richten sich nach Zahl und Alter der Kinder.

      Entwicklung der Regelbedarfe der Grundsicherung, der Löhne und der Preise 2005 - 2021

      Vergleicht man die Entwicklung der Höhe der Regelbedarfe der Grundsicherung mit der Entwicklung der durchschnittlichen Nettolöhne, so lässt sich ein Trend erkennen: Die Entwicklung der Regelbedarfe bleibt seit dem Jahr 2010 hinter der Lohnentwicklung zurück.

    2. Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Art der Leistung 2006 - 2020

      Die Entwicklung der Zahl der Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen verlief seit dem Jahr 2006 wellenförmig und war zuletzt rückläufig. Die meisten Empfänger*innen fallen in den Rechtskreis des SGB II und erhalten Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld.

      Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Art der Leistung 2020

      Die meisten Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherung fallen in den Rechtskreis des SGB II und erhalten Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld. Deutlich weniger Personen erhalten Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Asyslbewerberleistungen haben mit Blick auf die Zahl der Leistungsbeziehenden eine noch geringer Bedeutung. Noch weniger Beziehende sind nur der Hilfe zum Lebensunterhalt der Sozialhilfe zuzuordnen.

      Empfängerzahlen und -quoten von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme 2006 - 2020

      Bezieht man die Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen auf die Gesamtbevölkerung, errechnet sich die Grundsicherungsquote. Die Quote liegt seit 2006 etwas unter 10% und hat sich wellenförmig entwickelt. Zuletzt war sie rückläufig.

      Empfängerquoten von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Bundesländern 2020

      Der Anteil der Grundsicherungsempfänger an der Bevölkerung - die Grundsicherungsquote - variiert regional stark.Insbesondere in den Stadtstaaten beziehen mehr Personen als im Bundesdurchschnitt eine Grundsicherungsleistung.


    1. Anerkannte Bedarfe (Regelbedarfe und Kosten der Unterkunft) nach Typ der Bedarfsgemeinschaften 04/2021

      Die anerkannten Bedarfe im SGB II setzen sich aus den Regelbedarfen für die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft sowie die Kosten der Unterkunft zusammen. Sie unterscheiden sich daher nach Typ der Bedarfsgemeinschaft. Ein-Personen-Haushalte sind der häufigste Typ.

    2. Struktur der Empfänger*innen mit Leistungen nach dem SGB II

      Personen, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, werden nach erwerbsfähigen und nicht erwerbsfähigen unterschieden. Letztere sind meist Kinder unter 15 Jahre. Leistungsberechtigte sind entweder Teil einer Bedarfsgemeinschaft (BG) oder bilden alleine eine BG. Zu einer BG gehören alle Personen eines Haushaltes, in dem mind. ein Mitglied Anspruch auf Leistungen des SGB II hat. Mehr als die Hälfte aller Bedarfsgmeinschaften sind 1-Personen-Haushalte, sog. Single-BGs.

      Leistungsberechtigte im SGB II 2005 - 2021

      Unter den Regelleistungsberechtigten im SGB II machen die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten den größeren Teil aus. Aber immerhin etwa ein Viertel sind nicht erwerbsfähig. Meist handelt es sich bei letzteren um Kinder unter 15 Jahren. Die Zahl der Leistungsberechtigten hat zunächst zugenommen, ist aber bereits seit dem Jahr 2006 rückläufig - jedoch mit Blick auf die lange Zeit teils gute Arbeitsmarktlage nur verhalten.

      Empfängerquoten der Leistung nach dem SGB II insgesamt und Kinder 2005 - 2021

      Die im Jahr 2005 eingeführte Grundsicherung für Arbeitsuchende muss seitdem von etwa 8% bis 11% der Bevölkerung in Anspruch genommen werden. Eine besonders hohe Hilfsbedürftigkeit weisen Kinder bis 15 Jahren auf - ein Hinweis darauf, dass insbesondere Kinder im Haushalt das Risiko erhöhen, bedürftig zu werden.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Bundesländern 01/2022

      Die bundesdurchschnittlichen Daten über den Anteil der Bevölkerung, die Leistungen des SGB II beziehen, verdecken die massiven regionalen Unterschiede. So übersteigt die Grundsicherungsquoten in Bremen diejenigen in Bayern deutlich.

      Empfängerquoten der Leistungen nach den SGB II der Kinder unter 15 Jahre nach Bundesländern 01/ 2022

      Die bundesdurchschnittlichen Daten über den Anteil der unter 15-Jährigen, die Leistungen des SGB II beziehen, verdecken die massiven regionalen Unterschiede. So übersteigt die Grundsicherungsquote in Bremen diejenigen in Bayern deutlich.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II in ausgewählten Städten und Kreisen Deutschland 2021

      In einigen Städten und Kreisen erhalten überdurchschnittlich viele Personen Grundsicherung für Arbeitsuchende, wohingegen in anderen Städten und Kreisen kaum jemand Leistungen nach dem SGB II bezieht. Diese regionalen Unterschiede streuen noch einmal deutlicher als die Unterschiede nach Bundesländern.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Nationalität 2007 - 2021

      Das Risiko, Leistungen nach dem SGB II beantragen zu müssen, ist in der Bevölkerung nicht gleichverteilt. So zeigen sich Abweichungen, wenn nach der Staatsangehörigkeit unterschieden wird.

    3. Verweildauern im SGB-II-Bezug von 4 Jahren und mehr nach Bundesländern 12/2021

      Der Anteil der Empfänger*innen mit Leistungen nach dem SGB II mit einer Verweildauer im Bezug von vier Jahren und mehr varriert deutlich nach Bundesländern. In Bayern finden sich am wenigsten Leistungsberechtigte mit solch langen Bezugszeiten unter den Leistungsberechtigten, in Sachsen-Anhalt finden sich im Ländervergleich die meisten.

      Verweildauern im SGB-II-Bezug von 4 Jahren in ausgewählten Großstädten 2021

      Städte, in denen ein großer Teil  der SGB II-Beziehenden bereits mindestens vier Jahren im Leistungsbezug sind, finden sich sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern. An der Spitze der Großstädte steht Essen, dicht gefolgt von weiteren Städten des Ruhrgebiets.

      Sanktionen und Sanktionsquoten im SGB II-Bezug 2007 - 2021

      Die Summe der in einem Beichtsjahr neu ausgesprochenen Sanktionen sinkt seit dem Jahr 2012. Die Sanktionsquote dagegen, die die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit mindestens einer Sanktion ins Verhältnis zu allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten setzt, ist seit einigen Jahren vergleichsweise stabil. Erst mit dem Jahr 2020 und 2021 erfolgt pandemiebedingt ein deutlicher Rückgang sowohl der Zahlen als auch der Quote.

      Neu festgestellte Sanktionen im SGB II-Bezug nach Sanktionsgründen 2007 - 2021

      Sanktionen im SGB II führen zur Reduktion der Grundsicherungsleistung. Die Höhe und Dauer der Reduktion hängt bom jeweiligen Sanktionsgrund ab. Den Größten Teil der neu festgestellten Sanktionen wird aufgrund von Meldeversäumnissen ausgesprochen. Unter den Sanktionen aufgrund von Pflichtverletzungen sind die Sanktionen wegen Verweigerung einer Arbeit, Ausbildung oder Maßnahme sowie die Nichterfüllung von Eingliederungsvereinbarungen am häufigsten.

    4. Struktur der Bedarfsgemeinschaften und Leistungen nach dem SGB II 2021

      Leistungsberechtigte im SGB II sind entweder Teil einer Bedarfsgemeinschaft (BG) oder bilden alleine eine BG. Zu einer BG gehören alle Personen eines Haushaltes, in dem mind. ein Mitglied Anspruch auf Leistungen des SGB II hat. Mehr als die Hälfte aller Bedarfsgmeinschaften sind sog. Single-BGs mit nur einem Haushaltsmitglied.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Typ der Bedarfsgemeinschaft 2021

      Verschiedene Haushaltsformen weisen unterschiedliche Risiken auf, Leistungen nach dem SGB II in Anspruch nehmen zu müssen. Im besonderen Maße abhängig von SGB II-Leistungen sind Alleinerziehende und ihre Kinder.

    5. Arbeitslose und Nicht-Arbeitslose unter den Erwerbsfähigen im SGB II 2021

      Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB II sind keineswegs alle arbeitslos - dies trifft für weniger als die Hälfte zu. Unter den nicht arbeitslosen gibt es bspw. jene, die einer ungeförderten Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Schule besuchen oder in Areitsmarktpolitischen Maßnahmen sind. Zudem sind jene nicht arbeitslos, denen aufgrund von Pflege oder Kindererziehung keine Arbeit zugemutet wird, und auch jene die arbeitsunfähig sind.

      Erwerbstätige Leistungsempfänger*innen im SGB II 2007 - 2021

      Eine nennenswerte Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind parallel zum Leistungsbezug erwerbstätig. In den zurückliegenden Jahren machten diese Personen zwischen 20 und 30% der erwerbsfähigen Leistungesberechtigten aus. Diese Personen werden als sog. Aufstocker*innen bezeichnet.

      Erwerbstätigkeit und SGB II-Bezug nach Art der Beschäftigung 2007 - 2021

      Unter den erwerbstätigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten übt der größte Teil eine abhängige Beschäftigung aus. Darunter sind etwas mehr als die Hälfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Vollzeit, Teilzeit und in Ausbildung), etwa ein Drittel ist geringfügig beschäftigt.

    6. Modellrechnung: Überschneidung von Bruttoarbeitsentgelt und Anspruch nach dem SGB II nach Haushaltskonstellationen 03/2020

      Modellrechnungen lassen erkennen, welches Bruttostundenentgelt erforderlich ist, um mit dem Einkommen oberhalb des Grundsicherungsbedarfs zu liegen. Dabei werden neben dem Einkommen auch Wohngeld, Kindergeld und der Kinderzuschlag berücksichtigt. Für verschiedene Haushaltskonstellationen errechnen sich so unterschiedliche Bruttoentgelte.

      Modellrechnung: Überschneidung von Bruttoarbeitsentgelt und Anspruch nach dem SGB II nach Haushaltskonstellationen 03/2020

      Modellrechnungen lassen erkennen, welches Bruttostundenentgelt erforderlich ist, um mit dem Einkommen oberhalb des Grundsicherungsbedarfs zu liegen. Dabei werden neben dem Einkommen auch Wohngeld, Kindergeld und der Kinderzuschlag berücksichtigt. Für verschiedene Haushaltskonstellationen errechnen sich so unterschiedliche Bruttoentgelte.

    7. Ausgaben für leistungen nach dem SGB II nach Ausgenarten 2010 - 2020

      Die Ausgaben von Bund und Kommunen nach dem SGB II werden überwiegend für das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld, für die Übernahme der Kosten der Unterkunft und für die Leistungen an die Sozialversicherung eingesetzt. Die arbeitsmarktpolitischen Eingliederungsleistungen machen dagegen nur einen kleineren Teil aus.

      Ausgaben für Leistungen nach dem SGB II nach Kostenträgern und Leistungsart 2006 - 2014

      Von den Leistungen nach dem SGB II (hier ohne Eingliederungsleistungen und ohne Verwaltungskosten) mussten Kommunen lange zunehmende Anteile übernehmen.


    1. Empfänger*innen von Leistungen der Sozialhilfe/ SGBXII nach Leistungsarten 2010 und 2020

      Zu den Leistugen der Sozialhilfe nach dem SGB XII zählen Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbwsminderung sowie besondere Leistungen der Sozialhilfe. Letztere beinhalten u.a. Hilfe zur Pflege. Bis zum Jahr 2020 war auch die Eingliederungshilfe für behinderete Menschen Teil der Sozialhilfe, seitdem ist sie jedoch gesondert im SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung) geregelt.

      Empfänger*innen von Hilfe zum lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen 1991 - 2020

      Die Zahl der Empfänger*innen von Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen hat sich durch die Einführung des SGB II im Jahr 2005 drastisch verringert. Seitdem haben nur noch Hilfebedürftige, die zeitweise erwerbsgemindert sind, Anspruch auf diese Leistung.

      Empfänger*innen von Hilfe zur Pflege 1992 - 2020

      Mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 haben sich die Leistungen der Hilfe zur Pflege zunächst stark rückläufig entwickelt. Sie schwankuen nun auf niedrigerem Niveau.

    2. Empfänger*innen von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 2003 - 2021

      Die Zahl der Empfänger*innen der Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung ist kontinuierlich und deutlich angestiegen. Für diesen Trend sind mehrere Ursachen verantwortlich. Dieser Anstieg betrifft sowohl die Empfänger*innen unterhalb der Regelaltersgrenze (voll Erwerbsgeminderte) als auch jene ab der Regelaltersgrenze.

      Empfängerquoten von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 2003 - 2020

      Bezieht man die Zahl der Leistungsempfänger*innen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung auf die jeweilige Gesamtbevölkerung, dann wird ersichtlich, dass die Empfängerquote zwar seit 2003 deutlich angestiegen ist, aber immer noch, insbesondere im Vergleich mit den Empfängerquoten im SGB II, gering ausfällt. In den letzten Jahren hat sich die Quote zudem auf niedrigem Niveau stabilisiert.

      Empfängerquoten von Leistungen der Grundsicherung im Alter nach Bundesländern 2020

      Der Bezug von Grundsicherung im Alter unterscheidet sich stark nach Regionen: In den westlichen Bundesländern, insbesondere Stadtstaaten, liegt die Grundsicherungsquote deutlich höher als in den neuen Bundesländern. Dies ist nicht nur eine Folge unterschiedlich hoher Renten, sondern auch unterschiedlich hoher Kosten der Unterkunft.

    3. Bruttoausgaben der Sozialhilfe/ SGB XII 1995 - 2020

      Die Bruttoausgaben der Sozialhilfe sind im Zeitverlauf deutlich angestiegen. Durch die Einführung des SGB II ist allerdings eine zwischenzeitliche Entlastung eingetreten. Im Anschluss stiegen die Ausgaben wieder  an - überwiegend aufgrund der Zunahme bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen. Mit deren Herausnahme aus dem SGB XII und der Überführung in das SGB IX sind die Ausgaben für die Sozialhilfe im Jahr 2020 drastisch zurückgegangen.

      Bruttoausgaben der weiteren Leistungen der Sozialhilfe 1995 - 2020

      Der weit überwiegende Teil der Bruttoausgaben der Sozialhilfe (ohne Grundsicherung im Alter) entfällt auf die weiteren Leistungen. Dazu zählen vor allem die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Pflege und - bis 2020 - die Einliedrungshilfe für Menschen mit Behinderung. Mit der Überführung der Eingliederungshilfe ins SGB IX im Jahr 2020 sind die Ausgaben für die weiteren Leistungen drastisch gesunken.


  3. Empfänger*innen von Eingliederungshilfe für behinderte Menschen 1992 -2020

    Die Eingliederunghilfe für Menschen mit Behinderungen hat in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Seit dem Jahr 2020 wird die Eingliederungshilfe nicht mehr im SGB XII (Sozialhilfe) sondern im SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung) geregelt.


  4. Empfänger*innen von leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 1994 - 2020

    Die Zahl der Empfänger*innen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetzt schwankt im Zeitverlauf deutlich, da sich krisenbedingte Fluchtbewegungen je nach Anlass und selten kontinuierlich ergeben.


  5. Wohngeld: Empfänger*innen, Leistungen und Ausgaben 2001 - 2020

    Mit dem Wohngeld sollen Mieter*innen oder Eigentümer*innen entlastet werden, die aufgrund von niedrigem Einkommen eine hohe Wohnkostenbelastung aufweisen. Das Wohngeld soll einen drohenden Grundsicherungsbezug verhindern. Bisher wurden das Wohngeld nur unregelmäßig an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst, wodurch sich Schwankungen in der Zahl der Empfänger*innen und Ausgaben ergaben.

    Empfängerhaushalte von Wohngeld 2005 - 2020

    Die Zahl der Empfängerhaushalte steigt jeweils mit Wohngeldreformen an. Denn grundsätzlich sind Einkommensgrenzen und Miethöchstbeträge festgeschrieben und folgen nicht der Einkommens- oder Mietentwicklung. Dadurch wachsen Wohngeldhaushalte sozusagen mit der Zeit aus dem Bezu heraus. Dem wird erst mit erneuter Reform und Heraufsetzung der Grenzen begegnet.

    Wohngeldausgaben von Bund und Ländern 2000 - 2020

    Die Wohngeldausgaben entwickelten sich trotz der Zunahme der Haushalte und der steigenden Mieten rückläufig. Lediglich die sporadischen Wohngeldreformen haben zu einem zwischenzeitlichen Anstieg der Ausgaben geführt. Die Dynamisierung der Wohngeldes mit der Refrom des Jahres 2020 dürfte dieses Muster in der Zukunft durchbrechen.

    Soziale Stellung der Empfänger*innen von Wohngeld 1991 - 2020

    Ein Blick auf die sozialle Stellung der Haupteinkommensbezieher*innen von Wohngeldhaushalten zeigt, dass Erwerbspersonen und Nichterwerbspersonen je etwa die Hälfte ausmachen - wobei es im Zeitverlauf zu Schwankungen kommt. Unter den Erwerbspersonen machen abhängig Beschäftigte die größte Gruppe aus, unter den Nichterwerbspersonen Rentner*innen und Pensionär*innen.

    Soziale Stellung der Empfänger*innen von Wohngeld 2020

    Die größte Gruppe der Empfänger*innen von Wohngeld sind Rentner*innen und Pensionär*innen. Sie machen etwa die Hälfte aus. Die zweitgrößte Gruppe sind abhängig Erwerbstätige.

    Empfängerhaushalte von Wohngeld nach Haushaltsgröße 1992 - 2020

    Etwa die Hälfte der Wohngeldhaushalte sind Ein-Personen-Haushalte. Ihr Anteil an allen Empfängerhaushalten unterliegt im Zeitverlauf nur leichten Schwankungen.