Sozialpolitik aktuell in Deutschland

Soziale Sicherung, Grundsicherung, Sozialversicherung

Infografiken mit Kurzanalysen: zum Download und Ausdruck


  1. Sozialstaat und Sozialpolitik in Deutschland (Schaubild)

    Sozialpolitik setzt sich aus einer Vielzahl von Maßnahmen, Leistungen und Diensten zusammen, die durch unterschiedliche Institutionen, Einrichtungen und Akteure bereitgestellt bzw. angeboten werden. Dieser Gesamtkomplex lässt sich auch als Sozialstaat oder Wohlfahrtsstaat bezeichnen.



    1. Beitragssätze, Grenzwerte und Rechengrößen der Sozialversicherung 2024 (2. Halbjahr)

      Hier finden Sie für Renten-, Arbeitlosen-, Kranken- und Pflegeversicherung eine Zusammenstellung der Beitragssätze, Beitragsbemessungsgrenzen, monatlichen Höchstbeiträge und Versicherungspflichtgrenze. Für die Rentenversicherung werden zudem der aktuelle Rentenwert sowie die Brutto-Standardrente aufgeführt. Ergänzend sind die Einkommensgrenzen für geringfügige Beschäftigung und Beschäftigung im Übergangsbereich abgebildet.


  2. Grundsicherungssysteme (Schaubild)

    Die Grundsicherung hat die Aufgabe, diejenigen Menschen durch Geldleistungen und soziale Hilfen zu unterstützen, die nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Grundsicherung untergliedert sich in mehrere Teilsysteme, die zwar ähnliche Leistungsgrundsätze aufweisen, sich aber auf jeweils unterschiedliche Personenkreise beziehen.

    1. Regelbedarfe der Grundsicherung 2011 - 2024 und Mehrbedarfe für Alleinerziehende 2024

      Die Regelbedarfe der Grundsicherung sind in 6 Stufen unterteilt. Die Regelbedarfsstufe 1 erhält eine alleinstehende oder alleinerziehende Person. Dieser Stufe ist der höchste Betrag zugeordnet. Für weiter Personen im Haushalt wird zwischen erwachsenen Partner*innen, sonstigen Erwachsenen und Kindern (je nach Alter) unterschieden. Sie erhalten niedrigere Beträge. Neben dem Regelbedarf können manche Grundsicherungsbeziehende Mehrbedarfe erhalten. Mehrbedarfe für Alleinerziehende bspw. richten sich nach Zahl und Alter der Kinder.

      Entwicklung der Regelbedarfe der Grundsicherung, der Löhne und der Preise 2005 - 2023

      Vergleicht man die Entwicklung der Höhe der Regelbedarfe der Grundsicherung mit der Entwicklung der durchschnittlichen Nettolöhne, so lässt sich ein Trend erkennen: Die Entwicklung der Regelbedarfe bleibt seit dem Jahr 2010 hinter der Lohnentwicklung zurück. Zuletzt blieb sie zudem hinter der Preisentwicklung zurück.

      Zusammensetzung des Regelbedarfs nach regelbedarfsrelevanten Verbrauchsausgaben 2021

      Die Regelbedarfe müssen immer dann grundlegend neu berechnet werden, wenn aktuelle Ergebnisse aus der in einem fünfjähigen Turnus erhobenen Einkommens- und Verbraucherstichprobe vorliegen. Die letzte Neuberechung erfolgte zum Januar 2021. Dabei wird deutlich, auf welcher Grundlage der Regelbedarf beruht und wie er sich zusammensetzt.

    2. Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Art der Leistung 2006 - 2022

      Die Entwicklung der Zahl der Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen verlief seit dem Jahr 2006 wellenförmig. Die meisten Empfänger*innen fallen in den Rechtskreis des SGB II und erhalten als erwerbsfähige oder nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Bürgergeld.

      Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Art der Leistung 2022

      Die meisten Empfänger*innen von Geldleistungen der Grundsicherung fallen in den Rechtskreis des SGB II und erhalten Bürgergeld. Deutlich weniger Personen erhalten Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Asyslbewerberleistungen haben mit Blick auf die Zahl der Leistungsbeziehenden eine noch geringer Bedeutung. Noch weniger Beziehende sind nur der Hilfe zum Lebensunterhalt der Sozialhilfe zuzuordnen.

      Empfängerzahlen und -quoten von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme 2006 - 2022

      Bezieht man die Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen auf die Gesamtbevölkerung, errechnet sich die Grundsicherungsquote. Die Quote liegt seit 2006 etwas unter 10% und hat sich wellenförmig entwickelt.

      Empfängerquoten von Geldleistungen der Grundsicherungssysteme nach Bundesländern 2022

      Der Anteil der Grundsicherungsempfänger an der Bevölkerung - die Grundsicherungsquote - variiert regional stark.Insbesondere in den Stadtstaaten beziehen mehr Personen als im Bundesdurchschnitt eine Grundsicherungsleistung.


    1. Anerkannte Bedarfe (Regelbedarfe und Kosten der Unterkunft) nach Typ der Bedarfsgemeinschaften 04/2023

      Die anerkannten Bedarfe im SGB II setzen sich aus den Regelbedarfen für die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft sowie die Kosten der Unterkunft zusammen. Sie unterscheiden sich daher nach Typ der Bedarfsgemeinschaft. Ein-Personen-Haushalte sind der häufigste Typ.

    2. Struktur der Empfänger*innen mit Leistungen nach dem SGB II 2023

      Personen, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, werden nach erwerbsfähigen und nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten unterschieden. Letztere sind meist Kinder unter 15 Jahre. Leistungsberechtigte sind entweder Teil einer Bedarfsgemeinschaft (BG) oder bilden alleine eine BG. Zu einer BG gehören alle Personen eines Haushaltes, in dem mind. ein Mitglied Anspruch auf Leistungen des SGB II hat. Mehr als die Hälfte aller Bedarfsgmeinschaften sind sog. Single-BGs.

      Leistungsberechtigte im SGB II 2005 - 2023

      Unter den Regelleistungsberechtigten im SGB II machen die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten den größeren Teil aus. Aber immerhin etwa ein Viertel sind nicht erwerbsfähig. Meist handelt es sich bei letzteren um Kinder unter 15 Jahren. Die Zahl der Leistungsberechtigten hat zunächst zugenommen, ist aber bereits seit dem Jahr 2006 in der Tendenz rückläufig - jedoch mit Blick auf die lange Zeit teils gute Arbeitsmarktlage nur verhalten.

      Empfängerquoten der Leistung nach dem SGB II insgesamt und Kinder 2005 - 2023

      Die im Jahr 2005 eingeführte Grundsicherung für Arbeitsuchende muss seitdem von etwa 8% bis 11% der Bevölkerung in Anspruch genommen werden. Eine besonders hohe Hilfsbedürftigkeit weisen Kinder bis 15 Jahren auf - ein Hinweis darauf, dass insbesondere Kinder im Haushalt das Risiko erhöhen, bedürftig zu werden.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Bundesländern 01/2024

      Die bundesdurchschnittlichen Daten über den Anteil der Bevölkerung, die Leistungen des SGB II beziehen, verdecken die massiven regionalen Unterschiede. So übersteigt die Grundsicherungsquoten in Bremen diejenigen in Bayern deutlich.

      Empfängerquoten der Leistungen nach den SGB II der Kinder unter 15 Jahre nach Bundesländern 01/2024

      Die bundesdurchschnittlichen Daten über den Anteil der unter 15-Jährigen, die Leistungen des SGB II beziehen, verdecken die massiven regionalen Unterschiede. So übersteigt die Grundsicherungsquote in Bremen diejenigen in Bayern deutlich.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II in ausgewählten Städten und Kreisen Deutschland 2023

      In einigen Städten und Kreisen erhalten überdurchschnittlich viele Personen Grundsicherung für Arbeitsuchende, wohingegen in anderen Städten und Kreisen kaum jemand Leistungen nach dem SGB II bezieht. Diese regionalen Unterschiede variieren dabei stärker als die Unterschiede nach Bundesländern.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Nationalität 2007 - 2023

      Das Risiko, Leistungen nach dem SGB II beantragen zu müssen, ist in der Bevölkerung nicht gleichverteilt. So zeigen sich Abweichungen, wenn nach der Staatsangehörigkeit unterschieden wird.

    3. Verweildauern im SGB-II-Bezug von 4 Jahren und mehr nach Bundesländern 12/2023

      Der Anteil der Empfänger*innen mit Leistungen nach dem SGB II mit einer Verweildauer im Bezug von vier Jahren und mehr varriert deutlich nach Bundesländern. In Bayern finden sich am wenigsten Leistungsberechtigte mit solch langen Bezugszeiten unter den Leistungsberechtigten, in Nordrhein-Westfalen finden sich bzogen auf die Flächenländer die meisten.

      Verweildauern im SGB-II-Bezug von 4 Jahren in ausgewählten Großstädten 12/2023

      Städte, in denen ein großer Teil der SGB II-Beziehenden bereits mindestens vier Jahren im Leistungsbezug sind, finden sich sowohl in West- wie Ostdeutschland. An der Spitze der Großstädte steht Essen, dicht gefolgt von weiteren Städten des Ruhrgebiets.

      Leistungsminderungen und Leistungsminderungsquoten im SGB II-Bezug 2007 - 2023

      Die Summe der in einem Beichtsjahr neu ausgesprochenen Leistungsmindeurngen (vormals Sanktionen) sinkt seit dem Jahr 2012. Die Leistungsminderungsquote dagegen, die die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit mindestens einer Minderung ins Verhältnis zu allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten setzt, ist seit einigen Jahren vergleichsweise stabil. Erst mit dem Jahr 2020 erfolgt pandemiebedingt ein deutlicher Rückgang sowohl der Zahlen als auch der Quote, mit darauffolgender Stabilisierung auf niedrigem Niveau.

      Neu festgestellte Leistungsminderungen im SGB II-Bezug nach Gründen 2007 - 2023

      Leistungsminderungen (vormals Sanktionen) im SGB II führen zur Reduktion der Grundsicherungsleistung. Der größten Teil der neu festgestellten Leistungsminderungen wird aufgrund von Meldeversäumnissen ausgesprochen.

    4. Struktur der Bedarfsgemeinschaften und Leistungen nach dem SGB II 2023

      Leistungsberechtigte im SGB II sind entweder Teil einer Bedarfsgemeinschaft (BG) oder bilden alleine eine BG. Zu einer BG gehören alle Personen eines Haushaltes, in dem mind. ein Mitglied Anspruch auf Leistungen des SGB II hat. Mehr als die Hälfte aller Bedarfsgmeinschaften sind sog. Single-BGs.

      Empfängerquoten der Leistungen nach dem SGB II nach Typ der Bedarfsgemeinschaft 2023

      Verschiedene Haushaltsformen weisen unterschiedliche Risiken auf, Leistungen nach dem SGB II in Anspruch nehmen zu müssen. Im besonderen Maße abhängig von SGB II-Leistungen sind Alleinerziehende und ihre Kinder.

    5. Arbeitslose und Nicht-Arbeitslose unter den Erwerbsfähigen im SGB II 2023

      Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB II sind keineswegs alle arbeitslos - dies trifft für weniger als die Hälfte zu. Unter den nicht arbeitslosen gibt es bspw. jene, die einer ungeförderten Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Schule besuchen oder in Areitsmarktpolitischen Maßnahmen sind. Zudem sind jene nicht arbeitslos, denen aufgrund von Pflege oder Kindererziehung keine Arbeit zugemutet wird, und auch jene die arbeitsunfähig sind.

      Erwerbstätige Leistungsempfänger*innen im SGB II 2007 - 2023

      Eine nennenswerte Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind parallel zum Leistungsbezug erwerbstätig. In den zurückliegenden Jahren machten diese Personen zwischen 20 und 30% der erwerbsfähigen Leistungesberechtigten aus. Diese Personen werden als sog. Aufstocker*innen bezeichnet.

      Erwerbstätigkeit und SGB II-Bezug nach Art der Beschäftigung 2007 - 2023

      Unter den erwerbstätigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten übt der größte Teil eine abhängige Beschäftigung aus. Darunter sind etwas mehr als die Hälfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Vollzeit, Teilzeit und in Ausbildung), etwa ein Drittel ist geringfügig beschäftigt.

    6. Modellrechnung: Überschneidung von Bruttoarbeitsentgelt und Anspruch nach dem SGB II nach Haushaltskonstellationen 04/2023

      Modellrechnungen lassen erkennen, welches Bruttostundenentgelt erforderlich ist, um mit dem Einkommen oberhalb des Grundsicherungsbedarfs zu liegen. Dabei werden neben dem Einkommen auch Wohngeld, Kindergeld und der Kinderzuschlag berücksichtigt. Für verschiedene Haushaltskonstellationen errechnen sich so unterschiedliche Bruttoentgelte.

      Modellrechnung: Überschneidung von Bruttoarbeitsentgelt und Anspruch nach dem SGB II nach Haushaltskonstellationen 04/2023

      Modellrechnungen lassen erkennen, welches Bruttostundenentgelt erforderlich ist, um mit dem Einkommen oberhalb des Grundsicherungsbedarfs zu liegen. Dabei werden neben dem Einkommen auch Wohngeld, Kindergeld und der Kinderzuschlag berücksichtigt. Für verschiedene Haushaltskonstellationen errechnen sich so unterschiedliche Bruttoentgelte.

    7. Ausgaben für leistungen nach dem SGB II nach Ausgenarten 2010 - 2022

      Die Ausgaben von Bund und Kommunen nach dem SGB II werden überwiegend für das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld (ab 2023 Bürgergeld), für die Übernahme der Kosten der Unterkunft und für die Leistungen an die Sozialversicherung eingesetzt. Die arbeitsmarktpolitischen Eingliederungsleistungen machen dagegen nur einen kleineren Teil aus.


    1. Empfänger*innen von Leistungen der Sozialhilfe/ SGBXII nach Leistungsarten 2012, 2017 und 2022

      Zu den Leistungen der Sozialhilfe nach dem SGB XII zählen Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbwsminderung sowie weitere Leistungen der Sozialhilfe. Letztere beinhalten u.a. Hilfe zur Pflege. Bis zum Jahr 2020 war auch die Eingliederungshilfe für behinderete Menschen Teil der Sozialhilfe, seitdem ist sie jedoch gesondert im SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung) geregelt.

      Empfänger*innen von Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen 1991 - 2022

      Die Zahl der Empfänger*innen von Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen hat sich durch die Einführung des SGB II im Jahr 2005 drastisch verringert. Seitdem haben nur noch Hilfebedürftige, die zeitweise erwerbsgemindert sind, Anspruch auf diese Leistung.

      Empfänger*innen von Hilfe zur Pflege 1996 - 2022

      Mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 haben sich die Leistungen der Hilfe zur Pflege zunächst stark rückläufig entwickelt. Sie schwanken nun auf niedrigerem Niveau.

    2. Empfänger*innen von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 2003 - 2023

      Die Zahl der Empfänger*innen der Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung ist kontinuierlich und deutlich angestiegen. Für diesen Trend sind mehrere Ursachen verantwortlich. Dieser Anstieg betrifft sowohl die Empfänger*innen unterhalb der Regelaltersgrenze (voll Erwerbsgeminderte) als auch jene ab der Regelaltersgrenze.

      Empfängerquoten von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 2003 - 2022

      Bezieht man die Zahl der Leistungsempfänger*innen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung auf die jeweilige Gesamtbevölkerung, dann wird ersichtlich, dass die Empfängerquote zwar seit 2003 deutlich angestiegen ist, aber immer noch, insbesondere im Vergleich mit den Empfängerquoten im SGB II, gering ausfällt.

      Empfängerquoten von Leistungen der Grundsicherung im Alter nach Bundesländern 2022

      Der Bezug von Grundsicherung im Alter unterscheidet sich stark nach Regionen: In den westlichen Bundesländern, insbesondere Stadtstaaten, liegt die Grundsicherungsquote deutlich höher als in den ostdeutschen Bundesländern. Dies ist nicht nur eine Folge unterschiedlich hoher Renten, sondern auch unterschiedlich hoher Kosten der Unterkunft.

    3. Bruttoausgaben der Sozialhilfe/ SGB XII 1994 - 2022

      Die Bruttoausgaben der Sozialhilfe sind im Zeitverlauf deutlich angestiegen. Durch die Einführung des SGB II ist allerdings eine zwischenzeitliche Entlastung eingetreten. Im Anschluss stiegen die Ausgaben wieder an - überwiegend aufgrund der Zunahme bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen. Mit deren Herausnahme aus dem SGB XII und der Überführung in das SGB IX sind die Ausgaben für die Sozialhilfe im Jahr 2020 drastisch zurückgegangen.

      Bruttoausgaben der weiteren Leistungen der Sozialhilfe 1994 - 2022

      Der weit überwiegende Teil der Bruttoausgaben der Sozialhilfe (ohne Grundsicherung im Alter) entfällt auf die weiteren Leistungen. Dazu zählen vor allem die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Pflege und - bis 2020 - die Einliedrungshilfe für Menschen mit Behinderung. Mit der Überführung der Eingliederungshilfe ins SGB IX im Jahr 2020 sind die Ausgaben für die weiteren Leistungen drastisch gesunken.


  3. Empfänger*innen von Eingliederungshilfe für behinderte Menschen 1996 -2022

    Die Eingliederunghilfe für Menschen mit Behinderungen hat in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Seit dem Jahr 2020 wird die Eingliederungshilfe nicht mehr im SGB XII (Sozialhilfe) sondern im SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung) geregelt.

    Bruttoausgaben der Eingliederungshilfe 1994 - 2022

    Die Bruttoausgaben der Eingliederungshilfe sind im Zeitverlauf deutlich angestiegen. Die Leistungen zur sozialen Teilhabe sowie zur Teilhabe am Arbeitsleben machen zusammen fast 90% der Gesamtausgaben aus.


  4. Empfänger*innen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 1994 - 2022

    Die Zahl der Empfänger*innen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetzt schwankt im Zeitverlauf deutlich, da sich krisenbedingte Fluchtbewegungen je nach Anlass und selten kontinuierlich ergeben.


  5. Empfängerhaushalte von Wohngeld 2001 - 2022

    Mit der Einführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende im Jahr 2005 ging die Zahl der Empfängerhaushalte drastisch zurück. Denn seitdem ist die Übernahme der Kosten für die Unterkunft Teil der Grundsicherungsleistung. Seitdem ist zu erkennen, dass die Zahl der Empfängerhaushalte jeweils mit Wohngeldreformen ansteigt. Denn grundsätzlich waren Einkommensgrenzen und Miethöchstbeträge festgeschrieben und folgten nicht der Einkommens- oder Mietentwicklung. Dadurch wuchsen Wohngeldhaushalte sozusagen mit der Zeit aus dem Bezug heraus. Ab dem Jahr 2020 werden alle zwei Jahre Erhöhungen vorgenommen, so dass der beschriebene Zyklus künftig ausbleiben dürfte.

    Wohngeldausgaben insgesamt und durchschnittliches Wohngeld 2001 - 2022

    Die Wohngeldausgaben entwickelten sich trotz der Zunahme der Haushalte und der steigenden Mieten rückläufig. Lediglich die sporadischen Wohngeldreformen haben zu einem zwischenzeitlichen Anstieg der Ausgaben geführt. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim durchschnittlichen Wohngeld je Monat. Die Dynamisierung der Wohngeldes mit der Reform des Jahres 2020 dürfte dieses Muster in der Zukunft durchbrechen.

    Soziale Stellung der Empfänger*innen von Wohngeld 2022

    Die größte Gruppe der Empfänger*innen von Wohngeld sind Rentner*innen und Pensionär*innen. Sie machen etwa die Hälfte der Antragsteller*innen aus. Die zweitgrößte Gruppe sind abhängig Beschäftigte.

    Empfängerhaushalte von Wohngeld nach Haushaltsgröße 2022

    Mehr als die Hälfte der Empfängerhaushalte von Wohngeld sind Ein-Personen-Haushalte und in diesen leben überwiegend Rentner*innen. Den zweitgrößten, jedoch deutlich geringeren Anteil haben Haushalte mit fünf und mehr Personen. In diesen leben zum größten Teil abhängig Beschäftigte.