Sozialpolitik aktuell in Deutschland

Arbeitsbedingungen & Arbeitszeit

Infografiken mit Kurzanalysen: zum Download und Ausdruck


  1. Entwicklung der Wochenarbeitszeit nach Geschlecht 1991 - 2021

    Die tatsächlichen durchschnittlichen Wochenarbeitszeiten von Frauen und Männern haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich reduziert, aber sie unterscheiden sich noch immer beträchtlich.

    Tarifliche Arbeitszeitregelungen 2014, 2016, 2018, 2020

    Die Arbeitszeiten werden maßgeblich durch tarifvertragliche Regelungen bestimmt. Die vereinbarten Regelarbeitszeiten haben sich im Verlauf der Jahre nur wenig verändert.

    Durchschnittliche Arbeitszeit der beschäftigten Arbeitnehmer*innen und ihre Komponenten 1970 - 2021

    Die tatsächlichen Arbeitszeiten werden auch durch das Ausmaß der Teilzeitbeschäftigung, des Krankenstandes, der Urlaubstage und der Überstunden bestimmt. Im Zeitverlauf zeigen diese Komponenten eine unterschiedliche Entwicklung auf.

    Wöchentliche Arbeitszeit nach Größenklassen und Geschlecht 2005 - 2021

    Der weit überwiegende Teil der abhängig erwerbstätigen Männer arbeitetet 40 und mehr Stunden die Woche. Der Anteil sinkt seit 2012 leicht. Bei den Frauen zeigt sich ein anderes Bild.

    Erwerbstätige mit besonderen Arbeitszeiten insgesamt und nach Geschlecht, 2021

    Die Vorstellung, dass sich die tägliche Arbeitszeit auf die Tage von Montag bis Freitag begrenzt sowie am Morgen beginnt und am Nachmittag endet, trifft nur für einen Teil der Erwerbstätigen zu. Vielmehr sind davon abweichende Arbeitszeiten weit verbreitet. Dies trifft vor allem auf Arbeitszeiten an Wochenenden sowie am Abend zu.

    Gender Time-gap: Arbeitszeiten nach Geschlecht 2002-2021

    Abhängig beschäftigte Frauen arbeiten im Schnitt deutlich weniger als Männer. Dieser Gender Time Gap bei den wöchentlichen Arbeitzeiten hat sich im Zeitverlauf leicht verringert.

    Normalerweise geleistete Arbeitsstunden von Frauen in West- und Ostdeutschland 1991 - 2019

    In Westdeutschland liegen die durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden von Frauen deutlich unterhalb des Vollzeitstandards. In Ostdeutschland dagegen lag die Arbeitszeit im Jahr der Wiedervereinigung noch beim Vollzeitstandard und ist erst danach abgesunken. Sowohl für Ost- wie für Westdeutschland ist ein Rückgang bis zum Jahr 2007 zu verzeichnen. Seitdem stabilisiert sich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit.


  2. Krankenstand nach Geschlecht 1970 - 2021

    Der Krankenstand der Beschäftigten, d.h. der Anteil der jahresdurchschnittlich arbeitunfähigen pflichtversicherten Arbeitnehmer*innen, weist eine unterschiedliche Entwicklung auf, wobei Frauen eine höhere Betroffenheit als Männer aufweisen.

    Krankenstand 1970 - 2021

    Seit etwa 2010 lässt sich beim Krankenstand der Arbeitnehmer*innen in Deutschland eine leicht steigende Tendenz erkennen.

    Arbeitsunfähigkeit nach Fällen und Tagen 2021

    Ein Vergleich der Fälle von Arbeitsunfähigkeit (AU-Fälle) und den hierdurch entstehenden Fehltagen (AU-Tage) bei den AOK-Mitgliedern macht deutlich, dass für die Höhe des Krankenstandes vor allem die länger dauernden AU-Fälle von Bedeutung sind. Mehr...

    Arbeitsunfähigkeitsfälle und -dauer nach Lebensalter 2021

    Ältere Beschäftigte weisen höhere krankheitsbedingte Fehlzeiten als jüngere Beschäftigte. Die Älteren sind zwar seltener krank als ihre jüngeren Kolleg*innen, aber die Erkrankungen dauern länger. Gerade Langzeiterkrankungen und Fälle von Multimorbidität konzentrieren sich auf Ältere.

    Arbeitsunfähigkeitstage nach Lebensalter und Krankheitsarten 2021

    Ältere Beschäftigte sind zwar seltener krank als ihre jüngeren Kolleg*innen, aber sie weisen pro Fall längere Arbeitsunfähigkeitstage auf. Hinsichtlich der Krankheitsarten nimmt mit dem Alter die Bedeutung von Muskel- sowie von Herz-/Kreislauferkrankungen zu.

    Arbeitsunfähigkeitstage nach Berufsgruppen 2021

    Die bundesweiten Durchschnittswerte der Arbeitsunfähigkeitstage der AOK-Mitglieder verdecken, dass die Gesundheitsgefährdungen in den verschiedenen Berufsgruppen erheblich variieren.

    Arbeitsunfähigkeit nach Krankheitsarten, -fällen, -tagen 2021

    Die bundesweiten Durchschnittswerte der Arbeitsunfähigkeitstage und -fälle der AOK-Mitglieder lassen sich nach Krankheitsarten aufgliedern. Sechs Krankheitsarten sind für die Mehrheit aller Fälle und Tage verantwortlich.

    Anteile der Arbeitsunfähigkeitstage nach Krankheitsarten 2001 und 2021

    Bei einem Vergleich zwischen 2001 und dem aktuellen Stand lässt sich erkennen, dass der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage infolge psychischer Erkrankungen an allen AU-Tagen deutlich zugenommen hat.

    Arbeitsunfähigkeitstage nach Krankheitsarten 2011 - 2021 (Indexdarstellung)

    Die Bedeutung der einzelnen Krankheitsarten am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen lässt sich in einer Indexdarstellung verdeutlichen. So hat sich die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen merklich erhöht. Bei den anderen Krankheitsgruppen – mit Ausnahme der Atemwegserkrankungen - gibt es hingegen kaum Veränderungen. Die Ausschläge bei den Atemwegserkrankungen sind Folge von Erkältungs- und Grippewellen.

    Arbeitsunfähigkeitsfälle und -tage bei psychischen Erkrankungen nach Berufsgruppen 2021

    Psychische Erkrankungen bzw. Krankheitsbilder haben in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Die in der AOK versicherten Berufsgruppen sind dabei im unterschiedlichen Maße von AU-Fällen und -Tagen betroffen.

    Arbeitsunfähigkeitsbeginn nach Wochentagen 2021

    Der Beginn von Arbeitsunfähigkeiten ist am Montag besonders hoch. Allerdings dürfen daraus keine falschen Schlüsse gezogen werden, denn es bleiben die Erkrankungen zu berücksichtigen, die am Wochenende auftreten, aber erst am Wochenanfang ärztlich attestiert werden.

    Krankheitsbedingte Fehlzeiten nach Art des Arbeitsverhältnisses 2021

    Unterscheidet man bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten (Arbeitsunfähigkeitsquote und Krankenstand) der AOK-Mitglieder nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses (Vollzeit/Teilzeit; unbefristet/befristet; Leiharbeit) zeigt sich, dass die in der AOK versicherten Arbeitnehmer in den sog. atypischen Beschäftigungsverhältnissen vergleichsweise niedrige Werte aufweisen.


  3. Berufskrankheiten 1996 - 2021

    Berufskrankheiten sind selten. Die sehr geringe Zahl ist Folge der engen Fassung der Anerkennungskriterien: Berufskrankheiten sind Erkrankungen, die ursächlich auf die Arbeitsbedingungen und -einflüsse zurückzuführen sind und die Entschädigungsansprüche in Form von Unfallrenten begründen. Aber in den Jahren 2020 und 2021 sind als Folge der Covid-19 Epedemie die Zahlen steil angestiegen.

    Angezeigte Fälle und anerkannte Berufskrankheiten nach Krankheitsarten 2019 - 2021

    Berufskrankheiten konzentrieren sich auf einzelne Krankheitsarten, das gilt für die angezeigten Verdachtsfälle wie für die anerkannten Fälle. Infolge der Covid-19 Pandemie haben die Infektionserkrankungen aktuell die höchste Bedeutung.


  4. Arbeitsunfälle und Unfallrenten 1991 - 2021

    Die Zahl der Arbeitsunfälle hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Entsprechend ergibt sich auch ein starker Rückgang der Unfallrenten.

    Arbeitsunfälle in der gewerblichen Wirtschaft nach Berufsgenossenschaften/ Branchen 1990 - 2021

    Das Unfallrisiko variiert stark zwischen den Branchen. Besonders hoch liegen die  Unfallquoten (meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitbeschäftigten) im Baugewerbe sowie im Bereich Verkehr und Transport.


  5. Zugänge in Erwerbsminderungsrenten nach ausgewählter Diagnosegruppen 1995 - 2020

    Die Bedeutung von psychischen Störungen hat in den zurückliegenden Jahren deutlich zugenommen. Psychische Störungen sind auch der wesentliche Grund für den Zugang in Erwerbsminderungsrenten.