Alter, Alterssicherung, Rentenversicherung

Kontrovers: Zukunft der Rente!?


In der sozialpolitischen Diskussion steht das Thema Rente häufig weit oben auf der Agenda. Das gilt auch für die gegenwärtigen Debatten. Schließlich herrscht in Politik und Wissenschaft weitgehende Einigkeit darüber, dass es unter den gegebenen Bedingungen des Alterssicherungssystems immer schwieriger wird, Altersarmut lückenlos zu vermeiden und ein gutes Leben im Ruhestand zu finanzieren. Die Folgen der drastischen Rentenreformen aus den 2000er Jahren im Allgemeinen und des Umbaus der Gesetzlichen Rentenversicherung im Besonderen werden immer deutlicher.

In der Armutsforschung hat das Thema Altersarmut daher seit einigen Jahren Hochkonjunktur. Neben regelmäßigen Bestandsanalysen wird diskutiert, wie sich die Altersarmut weiter entwickeln wird bzw. vermeiden lässt. Das ruft auch die Politik auf den Plan. Schließlich führt es zu einem enormen Vertrauensverlust, wenn Arbeitnehmer*innen auch nach langjährigen Beitragszeiten lediglich eine Rente erhalten, die nicht oder nur ganz knapp oberhalb der Armutsgrenze liegt. Aus diesem Grund ist nach langem Ringen um eine angemessene Honorierung der "Lebensleistung" im Jahr 2020 die sogenannte Grundrente verabschiedet worden. Sie soll seit Januar 2021 eine Mindestsicherung für Menschen darstellen, die zuvor lange (beruflich und auch familiär) gearbeitet haben, aber dennoch lediglich eine niedrige Rentenzahlung erhalten. Wirkungen und Weiterentwicklungen dieser Maßnahme sind nach wie vor offen.

Allerdings reicht es nicht aus, die Zukunftsfragen des Alterssicherungssystems allein auf die Armutsvermeidung zu fokussieren. Die Versorgungslage in der Gesetzlichen Rentenversicherung wird durch die Höhe und Entwicklung des Rentenniveaus ausgedrückt. Es zeigt an, dass sich die Leistungshöhe der gesetzliche Rente im (freien) Fall befindet. Verschiedene Haltelinien sollen diese Entwicklung zwischenzeitlich stoppen, ohne dabei jedoch die grundlegenden Mechanismen zu ändern, die zum sinkenden Rentenniveau führen. Wie, so die drängende sozialpolitische Frage, lässt sich auch das einstige Ziel der Lebensstandardsicherung wieder erreichen? Welche Lösungen sind für die Zeit nach 2025 denkbar und sinnvoll?

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" hat dazu im Frühjahr 2020 eine Reihe von Politikempfehlungen vorgelegt. Dabei standen die "Herausforderungen der nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der gesetzlichen Rente und der beiden weiteren Rentensäulen ab dem Jahr 2025" im Zentrum. Es bleibt abzuwarten, welche Impulse die im Bericht formulierten Reformvorschläge für die Rentendebatte - auch im Bundestagswahlkampf 2021 - liefern.

 


I. Altersarmut: Befunde und Diagnosen

2020

2019

2018

2017

2016

2015

Für weitere Dokumente und Analysen siehe Archiv.


II. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

2020

2019

2018

2017

2016


III. Vermeidung und Bekämpfung von Altersarmut: Grundrente, Mindestrente oder...?

2021

2020

2019

2018

2017

2016

Für weitere Dokumente und Analysen siehe Archiv.


IV. Rentenniveau und Lebensstandardsicherung

2020

2019

2018

2017

2016

2015

Für weitere Dokumente und Analysen siehe Archiv.


V. Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag"

Bericht der Kommission "Verlässlicher Generationenvertrag" Band I: Empfehlungen (27.03.2020)

Bericht der Kommission "Verlässlicher Generationenvertrag" Band II: Materialien (27.03.2020)

Kurzfassung Abschlussbericht der Kommission "Verlässlicher Generationenvetrag"

Stellungnahmen zum Abschlussbericht:

Weitere Veröffentlichungen zur Kommission "Verlässlicher Generationenvertrag":

2020

2018